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vom 31 Dezember 2023
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DANKESCHÖN

Getrost dem Motto "Schlimmer geht`s immer" startete unser Jahr 2023 mit vielen Opfern, der sich zur Coronazeit angeschafften Haustiere...

Noch nie gab es so viele ungewollte Tiere, noch nie so viele verhaltensauffällige Hunde und aufgefundene, unkastrierte Katzen. Es war ein Jahr voller Herausforderungen. Wir kämpften mit zusätzlich erhöhten Kosten für Tiermedizin und Tiernahrung, aber auch mit unseren Emotionen und Kräften. Denn umso mehr Tiere, desto mehr Einzelschicksale, Todesfälle und Krankheiten in unserem Tierheim. 

Ich möchte mich bei den vielen Menschen bedanken, welche uns dieses Jahr finanziell, mit Sachspenden oder durch helfende Hände unterstützt haben. Ohne Ihre Hilfe wäre unsere zusätzlich erschwerte und umfangreichere Arbeit nicht möglich gewesen! Ich hoffe Sie wissen, wie wichtig Sie für unsere Tiere sind.

Mein Dank gilt in diesem Jahr aber auch ganz besonders den TierpflegerInnen. Wenige sehen, was sie jeden Tag leisten müssen. Oftmals sind sie allein für eine ganze Abteilung zuständig gewesen, denn die Gelder für zusätzliche Mitarbeiter fehlten. Dies bedeutet nicht nur alle Katzen oder Hunde zu füttern und die Räume hygienisch zu reinigen und von Durchfall und Erbrochenem zu befreien, sondern auch kranke und verhaltensauffällige Tiere zu versorgen und betreuen. Zudem konzentrieren sie sich auf Vermittlungsgespräche, in welchen sie aufklären und absehen, ob es das passende Zuhause für den jeweiligen Charakter ist. Sie beantworten das meist auf zwei Leitungen klingende Telefon, fahren zum Tierarzt, holen verletzte und verstorbene Tiere allerorts im Westerwald ab und beantwortet die Tür für Spenden, Gassigänger und Interessenten. Ruhige Minuten gibt es kaum und wenn, dann werden diese bei den Tieren verbracht. Der Job ist nicht nur sehr schlecht bezahlt, er ist auch oftmals undankbar. Es im Tierschutz jedem recht zu machen, ist unmöglich. Das Schwierigste in ihrem Job sind oftmals die Menschen, welche häufig an der Menschlichkeit zweifeln lassen. Wenn sie noch so viel tun, jeden Tag gehen sie mit dem Gefühl "noch nicht genug getan zu haben" nach Hause. Denn das Leid und die Einsamkeit der Tiere enden nicht. Dieser Job endet nicht an der Haustür, denn wenn es nicht die intensiv pflegebedürftigen Tierheimtiere im eigenen Zuhause sind, dann ist es das Handy, welches auch an freien Tagen klingelt. Abgrenzung und Ruheinseln waren für sie Fremdwörter im Jahr 2023. 

Danke an das stärkste und mitfühlendste PflegerInnen-Team! Nichts von alldem, was ihr dieses Jahr leisten musstet ist selbstverständlich!!

Ich hoffe auf ein weniger kräftezehrendes 2024 und wünsche allen einen guten Rutsch in das neue Jahr! 

Nicole Henning-Lucaß

(Tierheimleitung)