Hubi
Hallo, ich bin Hubi.
Ich kam als Fundkater ins Tierheim und schon bei meiner Ankunft war deutlich zu sehen, dass die Zeit davor nicht spurlos an mir vorbeigegangen ist. Mein Fell verfilzt und an einigen Stellen war von meinem etwas längeren Fell nicht mehr viel da. Mein bisheriges Leben war scheinbar nicht besonders leicht gewesen.
Hier im Tierheim fühle ich mich leider noch immer sehr unwohl. Wirklich an mich heranzukommen, ist bisher kaum möglich. Wenn mir ein Mensch zu nahe kommt, fauche ich und versuche damit deutlich zu machen, dass mir die Situation zu viel ist. In mir steckt noch viel Unsicherheit und Angst – Ich weiß einfach noch nicht, ob ich den Menschen vertrauen kann.
Deshalb wünsche ich mir ein ruhiges Zuhause bei Menschen, die mich nicht bedrängen und nichts von mir erwarten, was ich noch nicht geben kann. Menschen, die mir Zeit lassen, mich an ihre Nähe zu gewöhnen, um irgendwann zu verstehen, dass ich dort sicher bin und bleiben darf.
Ob ich irgendwann einmal ein richtiger Schmusekater werde, kann ich dir heute nicht sagen. Vielleicht entdecke ich mit der Zeit doch noch, wie schön Nähe und Streicheleinheiten sein können – vielleicht werde ich aber auch immer ein Kater bleiben, der lieber etwas mehr Abstand hält.
Was ich mir wünsche, ist ein Ort, an dem ich endlich zur Ruhe kommen und herausfinden darf, wie es sich anfühlt, wirklich Zuhause zu sein.
Wenn ich mich eingelebt habe und mein neues Zuhause kenne, wünsche ich mir wieder Freigang, damit ich draußen meine Umgebung erkunden kann und trotzdem immer einen geschützten Ort habe, zu dem ich zurückkehren kann.
Vielleicht bist du der Mensch, der mir zeigt, dass ich vor Nähe keine Angst mehr haben muss – ganz egal, wie viel Nähe ich am Ende zulassen kann?
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